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Autor Thema: Das Mädchen  (Gelesen 1196 mal)
Kahet
Neuankömmling
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Ein Hauch von Schicksal...


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« am: 27.Mai.2013, 07:23:13 »

bzgl rechtschreibfehler tut mir leid und falls unter dem text mal son verbindungszeichen ist... ich hab das 1:1 von word rauskopiert Smiley eine geschichte die ich vor ca 1 jahr mal geschrieben habe... viel spaß:

Das Mädchen

Kapitel 1 – Anfang

Ein neuer Morgen erstreckte sich über das Tal. Die Sonne ver-setzte das Tal, mit Hilfe ihrer sanften Strahlen, in wunderschöne Rottöne, die auch die Wolken erhellten. Die Vögel stimmten sanfte Lieder an, die Blumen regten ihr Köpfe Richtung Sonne und die ersten Jungtiere hüpften verspielt über die Wiesen. In der Stadt herrschte noch Ruhe. Die Fensterläden waren noch geschlossen und nur wenige Lichter drangen durch die Fenster ins Freie. Hier und da sah man einen tüchtigen Mann oder eine tüchtige Frau voller Energie herumlaufen um die Straßen zu fegen oder Wasser für das Essen zu holen. Schön langsam erwachten auch die Stadttiere. Die Pferde streckten voller Sehnsucht nach ihren Wiesen die Köpfe aus den Ställen, während die Schweine sich träge auf den Weg zu ihrem Fresstrog begaben. Voller Stolz stolzierte der Stadthahn aus seinem Gehege, erklomm den Sockel der Statue am Stadtplatz, sammelte seine Stimme und schrie: „Kickerikiiiiiiiiiiiiii!“ Die Ruhe der Stadt wurde durch reges Treiben durchbrochen. Ein Fenster wurde geöffnet und man hörte: „Sei ruhig du dummes Vieh!“ Voller Stolz die Stadt aufgeweckt zu haben, stolzierte er zurück zu seinen Hennen. Es war ein perfekter, harmonischer Morgen. Nicht weit entfernt von der Stadt ragte auf einen Hügel eine majestätische Burg. Von ihrem Fenster aus beobachtete die kleine Cecilia das Treiben des Morgens. „Ein perfekter Morgen…“ seufze sie und schloss das Fenster.
In 3 Tagen war es soweit. Sie feierte ihren 9. Geburtstag und wie jedes Jahr gab es eine riesen Party ihr zu ehren. Aber das war nicht das Hauptproblem an der Sache. Das Problem lag in den 3 Tagen vorher, denn wie jedes Jahr kamen 3 Besucher vor ihrem Geburtstag. Man konnte das schon als Ritual betrachten. Und wenn das nicht schon schlimm genug gewesen wäre, musste sie auch so tun, als wäre sie überglücklich über diese Situation. Am ersten Tage wird die „Mutter“ kommen. Wobei das nicht ihre echte Mutter war. Sie lebte mit ihren Eltern hier am Schloss und eigentlich war es die Mutter ihrer Mutter, aber alle nannten sie die Mutter. Am zweiten Tage wird der „Freund“ kommen. Was eigentlich auch nicht stimmte, weil der Besucher eigentlich ein Freund ihrer Mutter ist, aber alle nennen ihn den Freund. Am dritten Tage wird die „Freundin“ kommen. Und auch hier handelte es sich eigentlich um eine Freundin ihres Vaters. Cecilia kannte die richtigen Namen dieser Besucher gar nicht, genauso wenig wie sie die Namen ihrer Eltern oder die ihrer Schwester kannte. Sie war die einzige die einen Namen trug. Jedes Mal, wenn sie diese Tatsache hinterfragte, wichen alle ihrer Frage aus und sie musste jedes Mal ohne Antwort abziehen.
„ Heute ist der erste, der drei Tage vor meinen Geburtstag. Das heißt die Mutter wird vorbeischauen… *seufz* Dann wollen wir mal den Tag hinter uns bringen.“ Cecilia ging zurück zu ihrem Bett. Ihr Zimmer war schlicht und einfach eingerichtet. Sie hatte ein Himmelbett an der rechten Wand stehen. Links und rechts hatte sie 2 hübsche Nachtkästchen, wo sie ihre kleinen Sachen aufbewahrte. Auf der gegenüberliegenden Seite stand ein großer Schrank, der viel Platz für ihre Kleidung und Schuhe bot und trotzdem hatte sie immer das Gefühl er wäre zu klein. In der vorderen, rechten Ecke stand ein kleiner Tisch auf dem ein Spiegel stand. Davor war eine Waschschüssel platziert und ein kleiner Stuhl mit rotem Stoff stand davor. Sämtliche Möbel waren aus einen sehr selten Holz geschnitzt worden mit vielen Symbolen darauf. Ihre Mutter sagte ihr immer, dass diese Symbole erhebliche Bedeutungen hätten und sie schützen würden. Wie das genau funktionierte, hatte sie nie beantwortet. Sie richtete ihr Bett her. Ihr wurde, für diese Woche, ein blaues Leintuch aufgespannt und ihre Decken und Polster waren in weiße Bettwäsche gestopft worden, auf denen feine, blaue Linien eingestickt wurden. „Was gäbe ich nicht für ein einfaches Strohbettchen mit Lederlumpen als Bettzeug. Aber Mama schimpft immer, wenn ich ihr diesen Vorschlag mache. „Du sollst ein Geschenk niemals missachten!“, sagt sie immer.“ Gedankenversunken ging sie zu dem kleinen Spiegel und wusch sich das Gesicht. Dann setzte sie sich auf den Stuhl und betrachtete sich im Spiegel. Ihr rotes Haar war mit leichten Naturlocken bestückt und hing sanft an ihren Schultern herab. Eine Strähne war immer besonders widerstandsfähig und hing immer in ihr Gesicht. Nach jahrelangen versuchen und probieren, hat sie sich mit dieser Strähne abgefunden und fand es mittlerweile gar nicht mal so schlecht. Zu ihren ungewöhnlichen, roten Haaren hatte sie hellgrüne Augen vermischt mit einem hellblauen Ton. Es war so, als ob sich die Augenfarbe abwechseln würde. Auf ihren Wangen rannten noch einige Tropfen Wasser herab. Sie hatte eine wunderschöne Haut und sah sehr sanft aus. Eigentlich sah sie aus wie ein Engel. Jedoch war ihr Blick starr und traurig. „Mama sagte immer: „Wenn du traurig bist, dann steh dazu und schau dir an was dahinter steckt, löse es und lache wieder!“ Super. Soll ich mir das Leben nehmen, weil es mich so anödet?“ Cecilia stand auf, ging zu Ihrem Schrank und holte wie jedes Jahr an diesen Tag ihr gelbes Kleid aus dem Schrank und zog es an. Ihr weißes Nachthemd warf sie einfach aufs Bett. Als sie fertig war, klopfte es bereits an der Tür. „Ja?“ Die Tür öffnete sich und ihre Mutter trat herein. Sie war, wie immer, wunderschön. Sie hatte lange, blonde Haare und hellblaue Augen, wobei auch diese Augen sich änderten, aber sie hat es nie gesehen. Es ist vielmehr ein Gefühl, dass sie in sich trug, dass sie es taten. Ihr Blick war voller Güte, Liebe und Verständnis. Ein Blick den Cecilia nicht lange ertragen konnte. Sie trug ein hellblaues, weißes Kleid. Wenn sie etwas sagte, war ihre Stimme stets sanft und einfühlsam. Eine wunderschöne Frau und viele Leute besuchten die Burg nur, um sie zu betrachten. Sie wurde von allen der „Schutz“ genannt, wobei Cecilia sich immer fragte, was so ein zartes Wesen schon schützen könnte. „Liebling. Rat mal wer heute zu Besuch gekommen ist?“ „Lass mich raten… Hmm… Das ist wirklich schwer… die Mutter? Oh sag nichts. Hab ich jetzt die Überraschung verdorben?“ Sanft lies die Mutter die Schultern hängen und legte ihren Kopf leicht auf die Seite. „Ach Schatz. Sie hat dir bestimmt etwas Interessantes zu erzählen. Du musst die Geschenke…“ „… die man dir gibt auch zu schätzen wissen. Ich weiß Mama… ich weiß.“, unterbrach Cecilia sie. In einen sanften Ton, den Cecilia fast um den Verstand gebracht hatte, antwortete sie: „Wenn du es weißt, dann mach es aus. Du machst dir nur selber das Leben schwer. Sie wartet bereits auf dich beim Kamin.“ Ehe Cecilia etwas antworten konnte, war ihre Mutter bereits aus ihrem Zimmer gegangen und hatte leise die Türe geschlossen. „Ach Mama… Willst du mich nicht verstehen oder kannst du es nicht? Das Leben an sich ist für mich eine Qual…“ Es dauerte eine Weile, bis sie ihre Trauer abgeschüttelt hatte und ging ebenfalls aus ihren Zimmer. „Bringen wir den Tag hinter uns.“ Mit diesen Worten schloss sie ihre Türe.
Gedankenversunken ging sie den Flur entlang. Die Burgbe-wohnen trauten sich an diesen drei Tag nie vor die Türen. Die Bewohner waren freiwillige Leute, die ohne Bezahlung oder Sonstigem auf der Burg arbeiteten. Cecilias Eltern nahmen je-den auf, der kam und eine Unterkunft suchte. Dieses Verhalten ihrer Eltern hat sie nie verstanden. Warum Unterkunft für frem-de Menschen bieten, ohne dass sie eine Gegenleistung ver-langten? Aber das, was sie wirklich nicht verstand ist, dass die-se Bewohner freiwillig arbeiteten. Nach einer Weile erreichte sie dir große Doppeltüre die in den Raum mit dem Karmin führte. Jedes Jahr wartete dort die Mutter auf sie. Sie würde ihr wieder eine Geschichte erzählen. Meist handelte es sich bei diesen Geschichten um Familiengeschichten aller Art: lustige, traurige, welche mit Happy End, welche ohne Happy End, usw. Doch irgendetwas lag heute in der Luft. Die Stille, die die Burg in ihren eisernen Griff hatte, war bedrohlich. Niemand traute sich auch nur lauter zu atmen. Es wäre, als ob die Burg ausgestorben wäre und sämtliches Leben verschwunden wäre. Das Mädchen öffnete die Türe. Das Ächzen der Tür durchschnitt die Stille wie ein Schwert. Sie hatte das Gefühl, selbst im Dorf hörte man noch die Tür öffnen. Der Raum war, wie jedes Jahr, schwach beleuchtet. Die Vorhänge wurden geschlossen und es drang kein Licht von außen in den Raum und der Kamin brannte. Das passierte nur 1-mal im Jahr und es ist immer ein Spektakel die lodernden Flammen zuzusehen, wie sie sich in die Höhe schlängelten. Vor dem Kamin stand ein alter Stuhl in der die Mutter saß. Sie war eine alte Frau. Ihr Haar war bereits Silber und ihre Augen waren Kastanienbraun und funkelten noch voller Leben. Sie war eingehüllt in eine alte Decke und wirkte einerseits schwach und andererseits strahlte sie eine unglaubliche Stärke aus. „Schließ die Türe mein Kind und tritt näher.“ Ihre Stimme war ruhig und voller Gefühl. Cecilia schloss die Tür und ging zur Mutter. Sie setzte sich vor ihr auf den Boden. Die Mutter betrachtete das Mädchen, setzte ein Lächeln auf und fragte: „Wie ist es dir ergangen im letzten Jahr, mein Kind?“ „Wie jedes Jahr. Es hat sich nichts verändert.“ Der kalte und traurige Ton von Cecilia lies die Mutter schlucken und sie wirkte noch älter und schwächer als vorher. „Komm mein Kind. Ich erzähl dir heute eine Geschichte…“ „Nicht schon wieder.“, unterbrach das Mädchen die alte Frau. „Ihr erzählt mir dauernd Geschichte zu meinen Geburtstag, die ich langweilig finde und außerdem nicht verstehe.“ Doch die Mutter ließ sich nicht abbringen und fing mit der Geschichte an. Cecilia wurde wütend und traurig zugleich. Wieso interessierte es niemanden wie sie sich fühlte? Wutentbrannt richtete sie sich auf und wollte aus dem Raum laufen, doch plötzlich packte sie eine schreckliche Müdigkeit und fiel auf den Boden und schlief ein.
Langsam hoben sich ihre Augenlieder. Es dauerte eine Weile bis sie sich geordnet hatte und begriff wo sie war und was pas-siert ist. Panisch schaute sie sich um, doch der Stuhl ist leer und im Kamin brannte kein Feuer mehr. Durch die Vorhänge konnte sie erkennen, dass bereits die Nacht hereingebrochen war und sie den ganzen Tag verschlafen hatte. Trotz des vielen Schlafes war sie immer noch extrem müde. Mühsam arbeitete sie sich zurück auf ihr Zimmer, zog ihr Nachthemd an und legte sich ins Bett. „Was war das für eine Müdigkeit? Das war das erste Mal, dass ich die Geschichte der Mutter nicht gehört habe. Das wird Mama gar nicht passen. Ob sie das mitbekommen hatte?“ Plötzlich durchbrach ein Brüllen die Stille. Cecilia richtete sich auf und hörte wie riesige Schwingen die Luft durchstreiften und etwas Großes in dem Burghof gelandet ist. „Das muss der Freund von Mama sein. Er kommt immer am Vorabend, damit sie sich die ganze Nacht unterhalten konnte. Hoffentlich vergeht der morgige Tag genauso schnell wie der heutige.“ Das Mädchen kuschelte sich in ihr Bett und es dauerte nicht lange, bis sie eingeschlafen ist.
Am nächsten Morgen weckte sie der Hahn aus dem Dorf. Er-schrocken fuhr Cecilia hoch. Normalerweise wurde sie immer vor dem Schrei des Hahnes munter. Das Mädchen ging zum Schrank, zog ihr grünes Kleid an und wartete geduldig auf ih-rem Zimmer, bis ihre Mutter kam und sie abholte, wie sie es jedes Jahr machte. Doch als sie nach einer Stunde immer noch nicht kam, ging sie alleine in die Bibliothek ihrer Burg. Der Freund liebte Bücher und verbrachte den Großteil seiner Zeit in der Bibliothek, wenn er auf Besuch war. Sie öffnete die Türe der Bibliothek und vor ihr stand er: der Freund, ein Drache. Er war mindestens 3 Meter hoch und 5 Meter lang, wobei sie immer das Gefühl hatte, dass er viel größer wirkte, wenn er flog, hatte kräftig rotleuchtende Schuppen, die von innen heraus leuchten zu schienen und sehr klare Augen, dessen Augenfarben sich wechselten. Heute waren sie hellblau und man konnte sehr viel Weisheit und Güte erkennen in seinen Augen. Cecilia schloss die Tür lauter als es notwendig war, doch der Drache beachtete sie gar nicht. Stattdessen vergrub er sein Gesicht in einen Buch. Geduldig wartete sie einige Minuten, bis ihre Ungeduld die Oberhand gewann. Sie holte Luft und wollte losbrüllen, als seine Stimme die Stille durchbrach: „Was ist der Zweck von Büchern?“ Verblüfft von dieser Frage, oder der Tatsache, dass seine Augen sie fixiert hatten und durchbohren zu schien, stand sie mit offenen Mund da und war unfähig zu handeln. „Der Zweck von Büchern besteht darin, dass sich derjenige der das Buch geschrieben hat, sich daran erinnert, was er sich merken sollte. Selbst wenn ein Buch mal zu Staub zerfällt oder ver-brannt wird, wird der Schreiben sich immer an den Inhalt dieses Buches erinnern. Bücher sind ein Geschenk.“ Ehrfürchtig drehte er seinen Kopf zu den vielen Büchern. Als seine Augen sie nicht mehr fixierten, kam sie wieder zur Fassung. „Was soll das Gequatsche von Büchern? Bringen wir es hinter uns und erzähl mir irgendeine Geschichte aus der Vergangenheit!“ Der Drache sah sie an: „Eine Geschichte? Nein, heute nicht. Heute geb ich dir einen Rat für die Zukunft: Wenn du leben willst, musst du deinen Herz vertrauen!“ Mit diesen Worten steckte der Drachen seinen Kopf zurück in das Buch. „Was soll das heißen? Heißt das, das ich nicht lebe? Hey! Antworte mir?“ Doch der Drache blieb stumm und konzentrierte sich nur auf das Buch. Es war so, als existierte für ihn im Moment nichts anderes. Wutentbrannt stürmte Cecilia aus der Bibliothek auf ihr Zimmer. Sie verbrachte den Rest des Tages auf ihrem Zimmer und wurde von Minute zu Minute wütender. „Niemand versteht mich. Heuer sind sie alle dumm. Keiner gibt mir vernünftige Antworten. Ich bin alleine auf dieser Welt.“ Nach einigen Stunden war ihr Zorn verraucht und sie fing an zu weinen. Ihr überkam eine solche Trauer, dass sie bis in die Nacht hinein weinte, bis sie keine Kraft mehr hatte und einschlief.

Kapitel 2 – Schmerz

„Was ist das für ein Gestank?“ Cecilia erwachte aus ihrem Schlaf, hatte jedoch noch ihre Augen geschlossen. Ein beißen-der Gestank drang in ihre Nase. „Riecht verbrannt. Sicher ist der Braten für heut Mittag angebrannt.“ Sie drehte sich nochmal auf die Seite. Plötzlich riss sie panisch die Augen auf. Es war noch Nacht, aber der Himmel war hell erleuchtet. Die Burg brannte. Sie stürzte aus dem Bett und fing an zu husten. Unter der Türe vor ihrem Zimmer sah sie die Flammen lodern und griffen bereits die Türe an. Sie lief zu dem Fenster, öffnete es und stieg hinaus. Vor ihr ging es 20 Meter steil bergab. Die einzige Fluchtmöglichkeit war das Nachbarzimmer. Sie balanzierte zur Kante des Fenstersimses. Hinter ihr bemerkte sie, wie die Flammen bereits ihr Zimmer in Besitz genommen hatten. Mit einem beherzten Sprung sprang sie zum Nachbarsims. Sie fand jedoch mit den Füßen keinen Halt und rutschte aus. Im letzten Moment konnte sie sich noch mit ihrer linken Hand festhalten. Ihr Fenster zerbrach ohrenbetäubend in tausend Scherben und Flammen schossen ins Freie. Mit letzter Kraft schaffte sie es, dass sie sich auf den Sims rettete. Völlig erschöpft zerbrach sie das Fenster und lies sich in den Raum fallen. Dort blieb sie schwer keuchend einige Minuten liegen und erholte sich. Plötzlich schoss es ihr in den Kopf: „Mama! Papa! Schwester!“ Schnell war sie wieder auf den Füßen und rannte aus dem Zimmer hinaus in den Flur. Der Flur in Richtung des Schlafzimmers ihrer Schwester brannte lichterloh und war für sie nicht passierbar. Cecilia rannte die andere Richtung entlang Thronsaal. Das Mädchen rannte und rannte in Panik durch die Burg, vorbei an Flammen und tote Menschen die verbrannten, kletterte über eingestürzte Mauern oder rettete sich vor einer herabfallenden Decke. Trotz all dem Chaos hörte man nur die einbrechenden Wände und das Tosen der Flammen. Kein Menschenschrei, keine Hilferufe waren zu hören und je mehr Zeit verging, desto mehr verlor sie an Hoffnung. Nach einiger Zeit erreichte sie den Thronsaal. Sie stürmte hinein und vor ihr zeigte sich ein schreckliches Bild: Überall lagen verstümmelte Leichen herum, die Möbel waren zerfetzt und in den Mauern waren riesige Spuren von Krallen zu erkennen. Die linke Mauer war komplett eingerissen und es hatte den Anschein, als hätte hier ein gewaltiger Kampf getobt. Und dann erkannte das Mädchen eine Person, die vor dem Thron lag: ihre Mutter. Schnell rannte sie hin, kniete sich nieder und nahm ihre Mutter auf den Schoß. Sie hatte schwere Verletzungen und aus einer tiefen Wunde im Bauch blutete es extrem stark. Das Mädchen drückte verzweifelt ihre Hand auf die Wunde, doch das Blut strömte unaufhaltsam heraus. „Mama!“ Der Schutz öffnete langsam die Augen. Man konnte erkennen, wie der Lebensfunke aus ihren Augen entwich. „Mein Kind…“ Sie hustete und spuckte Blut. „Mama! Sag nichts. Es wird alles wieder gut! Wir bekommen das hin!“ „Hör zu mein Kind… Verschwinde von hier…“ Plötzlich veränderten sich die Augen ihrer Mutter. „Flieh… vor… dem… Drachen…“ Ihre Augenlieder wurden schwerer. „Finde… die… Seele…“ Ih-re Augen schlossen sich, die Muskeln lösten sich und das Blut hörte auf, aus der Wunde zu strömen. Mit großen Augen sah Cecilia verzweifelt ihre Mutter an. „MAMA!!!“ Sie schrie einen Schrei der Verzweiflung in die Stille hinaus. Sie schrie und schrie und verlor dabei ihren Verstand. Um sie herum fiel die Burg in sich zusammen. In ihrer Verzweiflung verlor sie das Bewusstsein und gab sich ganz ihren Schmerz und ihrer Trauer hin.
Die ersten Sonnenstrahlen des Morgens weckten das Mädchen aus ihren Alpträumen. Die Sonne strahlte ein trübes Licht. Von der Burg war nichts weiter als eine riesige Ruine übrig geblieben. Hier und da stiegen noch einige kleine Rauchschwaden in die Luft. Wie durch ein Wunder überlebte sie die Nacht unbeschadet. Dann sah sie vor sich herab und sah den Leichnam ihrer Mutter. Die Mutter hatte ein Lächeln aufgesetzt und eine Strähne hing ihr ins Gesicht. Es dauerte eine Weile, bis sie realisierte was geschehen ist und fing an zu weinen. „Mama…“ Sie weinte einige Stunden lang. Nachdem sie sich einigermaßen gefangen hatte, stand sie auf und begab sich auf die Suche nach ihren Papa und ihrer Schwester. Sie durchsuchte die gesamte Ruine, konnte aber keinen von ihnen finden. Auch der 3. Besucher blieb heute aus. Die Welt schien den Atem anzuhalten und trauerte um die Ereignisse der letzten Nacht. Am Abend entschloss sie sich ein würdiges Grab zu Ehren ihrer Mutter zu machen. Sie arbeitete die ganze Nacht lang. Als Ort wählte sie die alte Eiche in der Mitte des Burghofes, die die Nacht unbeschadet überstanden hatte. Sie grub zu Füßen des Baumes ein tiefes Loch, legte ihre Mutter sanft hinein und schüttete es unter Tränen zu. Danach sammelte sie Blumen, flocht einen Kranz und legte es auf das Grab. Mit den restlichen Blumen schmückte sie die Seiten des Grabes. 2 Holzstücke, zusammengebunden mit ihren eigenen Haaren, wurden als Kreuz auf die Spitze des Grabes befestigt. Als Letztes zerriss sie ihr grünes Kleid, dass sie immer noch vom Vortag anhatte, und Band es auf das Kreuz. Als sie fertig war, erhob sich erneut die Sonne und bestrahlte das Mädchen. Ihre Hände und Füße waren aufgeschürft und voller Ruß. Das Kleid war an vielen Stellen zerrissen und ebenfalls rußig. Die Haare hingen komplett zerzaust von ihren Schultern. Ihr Blick hatte sich verändert. Er strahlte Hass, Wut, Zorn, Trauer und eine derartige Boshaftigkeit aus. „Mama? Ich habe heute Geburtstag. Singst du mir wieder ein Lied vor, so wie jedes Jahr?“ Doch die Welt blieb stumm. Nicht einmal Vögel trauten sich ein Lied zu singen. Nach einer Weile überfiel sie ihr Kummer, ging in die Knie und fing an zu weinen.
3 weitere Tage und Nächte verbrachte sie in den Ruinen. Tagsüber suchte sie nach ihren verschollenen Familienmitglie-dern, während sie nachts am Grabe ihrer Mutter weinte. Der Wind wurde kühler und ihr Hunger trieb sie fort von den Ruinen. Sie musste sich ein Zuhause suchen, da der Winter vor der Tür stand. Nicht mehr lange und die ersten Schneeflocken würden vom Himmel fallen. Schweren Herzens ging sie den Hügel hinab und suchte die Stadt auf. Auch hier herrschte Chaos. Ruhiges Chaos. Häuser wurden zerstört, Tiere getötet und auch einige Eltern wurden von ihren Kindern zu Grabe getragen. Die Stimmung war drückend. Hass, Boshaftigkeit, Schmerz und Trauer waren in den Gesichtern der Menschen eingebrannt. Die Tiere hatten ihre Lebensfreude verloren. Die Meisten lagen herum und warteten die Zeit ab. Selbst der stolze Hahn kam nicht mehr aus seinem Gehege. Cecilia hätte nur zu gern gewusst, was hier geschehen war, sparte sich jedoch jegliche Fragen, da sie nicht noch mehr Ärger haben wollte. Stattdessen suchte sie das nächste Gasthaus auf. Sie kam früher öfters mit ihrem Vater hier her. Doch auch das Gasthaus schien offensichtlich nicht unbeschadet die letzten Tage überstanden zu haben. Sie klopfte an die Tür. Niemand antwortete ihr. Nach einiger Zeit öffnete sie die Tür und trat hinein. Die Stube war ne-belverraucht. Sie hustete und wartete eine Weile bis das bren-nen in ihren Augen nachließ. In der Stube saßen 5 Männer ver-teilt im Raum. Hinter den Tresen stand niedergeschlagen eine junge Frau. Das Feuer im Kamin neigte sich dem Ende und die Stimmung war sehr bedrückend. Cecilia setzte sich in eine Ecke und wartete einige Zeit lang, bis endlich die Bedienung kam. „Was darf ich für sie bringen?“ „Eine warme Suppe und hätten sie eventuell noch ein Zimmer für die Nacht?“ Die Kellnerin sah sie erschrocken an. „Tut mir leid, aber alle Zimmer sind belegt!“ Sie drehte sich schnell um und verschwand in der Küche. Cecilia konnte die Tränen fast nicht mehr zurückhalten. Was sollte sie jetzt machen? Wo sollte sie jetzt schlafen? Sie tröstete sich mit dem Gedanken, dass sie wenigstens etwas Warmes zu essen bekam. Die Männer im Raum starrten sie an. Ihr war unwohl. Schließlich hatte ihr Kleid einige Risse bekommen von den Ereignissen und gab mehr Preis als es sollte. Nach einiger Zeit kam die Kellnerin mit einem Teller, stellte es ab und verschwand daraufhin gleich wieder. Löffel gab es keinen. Sie steckte ihren Finger in die Suppe und merkte, dass sie eiskalt war. Sie schob den Teller ein Stückchen von sich weg. Die Kellnerin bemerkte diese Geste und schrie vom Tresen: „Wenn du die Suppe nicht magst, dann geben wir sie den Hunden! Was anderes bekommst du nicht!“ Hass stieg in ihr auf. War sie für diese Leute nichts Weiteres als ein dreckiges Vieh? Doch ihr Hunger war zu groß. Wie ein Tier stürzte sie sich auf die kalte Suppe. „Haha. Wie ich mir dachte. Du bist nichts weiter als ein armseliges Vieh!“ Von der Aussage der Kellnerin belustigt, schauten alle dem Mädchen beim Essen zu und fingen an zu lachen. Das Mädchen wurde sehr traurig, aß aber gierig weiter, was zu weiterer Belustigung führte. Hass stieg in dem Mädchen auf. Nachdem sie fertig war, stand auch schon die Kellnerin vor ihr. „Das macht 2 Goldstücke.“ „2 Goldstücke? Soviel kostet nicht mal das teuerste Menü auf der Karte!“ „Tut mir leid, aber die Preise steigen rapide in letzter Zeit.“ Die Kellnerin grinste sie an. Wutentbrannt griff Cecilia in ihre Tasche, und plötzlich erschrak sie. Sie hatte kein Geld mit sich dabei. Die Kellnerin schien das zu merken. „Was ist jetzt? 2 Goldstücke!“ Cecilia bekam Angst: „Es tut mir leid, aber ich hab mein Geld zu Hause vergessen. Aber meine Eltern sind…“ Die Kellnerin klatschte ihr die Hand ins Gesicht. Das Mädchen stürzte zu Boden. Wütend fauchte die Kellnerin sie an: „Es interessiert mich einen <img src="http://www.thedragonworld.com/forum/Themes/default/images/dirt.gif"> wer deine Eltern sind! Du kommst hier rein, isst von meiner Suppe, spielst dich groß auf und hast nicht einmal Geld bei dir?“ Die Wange brannte von ihrer Ohrfeige und Cecilia konnte die Tränen nicht mehr zurückhalten. „Es tut mir leid…“ „Halts Maul du Vieh!“ Die Kellnerin drehte sich zu einem der Gäste um. „Bitte sorg dafür, dass dieses Vieh ihren Platz kennt.“ Der Mann grinste und seine verfaulten, gelben Zähne stachen hervor. „Mit Vergnügen.“ Er erhob sich und ging auf Cecilia zu. Diese kauerte sich zusammen und zitterte vor Angst. Der Mann packte sie unsanft an den Haaren und zerrte sie zur Tür. Diese wurde bereits von einem anderen Mann geöffnet und mit hohen Bogen warf der Mann sie aus dem Gasthaus. Das Mädchen landete unsanft im Dreck und musste durch den Aufprall husten. Dabei gelang Dreck in ihren Mund und sie musste brechen. „Komm nie mehr in mein Haus du Vieh!“ Un-sanft wurde die Tür verschlossen und im Inneren des Gasthau-ses hörte man Gelächter. Sie konnte ihre Tränen nicht länger zurückhalten und ging in eine der dunklen Seitengassen. Der Kummer überfiel sie und sie weinte und weinte.
Nach einigen Stunden betraten Gestalten die Gassen. Cecilia hob ihren Kopf und sie sah 4 verhüllte Gestalten vor sich. Sie bekam Angst und drückte sich weiter an die Mauer. Einer der Männer trat nach vorne. „Na, was haben wir denn da.“ Er schob seine Kapuze nach hinten. Er hatte glühend, rote Augen und sein Haar war schulterlang mit silbernen Strähnen versehen. Doch das auffälligste an diesen Mann war seine Narbe die auf seiner rechten Seite des Gesichtes, von der Stirn, über sein rechtes Auge bis hin zum Kinn ging. Seine kalten Augen starrten das Mädchen an und er betrachtete sie von oben bis unten. „Heut ist mein Glückstag.“ Er fing an zu grinsen, ging auf das Mädchen zu und zerriss ihr Kleid. Cecilia fing an zu schreien, doch niemand kam. Sie sah wie die Leute vor der Gasse vorbeigingen und ihr Geschrei ignorierten. Der Mann lachte, öffnete seine Hose und fing an sich mit dem Mädchen zu begnügen. Cecilia schrie und weinte, bis sie nicht mehr konnte. Ihr Körper schmerzte. Der Mann schlug und beschimpfte sie. Als er fertig war, sagte er: „Sie gehört euch Männer.“, drehte sich um, setzte die Kapuze wieder auf und ging aus der Gasse. Die restlichen Männer begnügten sich mit dem Mädchen, die das Bewusstsein verloren hatte.
Langsam fiel der weiße Kristall vom Himmel. Wo würde er sich hinsetzten? Vielleicht auf eines der Häuser. Doch der Wind trieb ihn in eine der dunklen Gassen und der weiße Kristall legte sich auf die Stirn eines Mädchens. Cecilia starrte durch die Gasse. Zurückgelassen wie ein Tier, vergewaltigt wie eine Hure. Ihr ganzer Körper schmerzte. Es fing sehr stark an zu schneien. Sie würde in der Gasse erfrieren. Ihr Kleid war in tausend Stücke zerrissen worden und sie hatte kein warmes Zuhause mehr. Doch das war ihr alles im Moment egal. In ihr staute sich eine immense Wut und ein immenser Hass. Als sie wieder Kontrolle über ihren Körper hatte, schrie sie ihren ganzen Hass und Wut in die Welt hinaus. Die Dorfbewohner flüchteten vor dem Schrei und auch die Tiere bekamen Angst, brachen aus und flohen. Sie schrie so laut und lang wie sie konnte, bis sie wieder das Bewusstsein verlor. Als sie im Schnee lag und die Kälte des Winters ihr Herz erreichte, murmelte sie: „Ihr wollt ein Tier? Ich geb euch eines…“ Sie fiel in einen unruhigen Schlaf und sie dachte nicht, dass sie jemals wieder aufwachen würde.
Sie öffnete ihre Augen. Die Sonne blendete sie. Nur langsam gewöhnten sich ihre Augen an das Sonnenlicht. Sie traute ihren Augen nicht. Sie lag in ihrem Zimmer. Nichts war zu sehen, von dem Brand vor paar Tagen. Ihr Bett fühlte sich weich und geborgen an und auch ihr Körper trug keine Verletzungen oder schmerzte. Nach einigen Minuten stieg sie aus dem Bett, zog sich ihren Mantel an und ging vor die Tür. Auch der Flur war unbeschädigt. Sie drehte sich nach links und sah am Ende des Flures das Zimmer ihrer Schwester. Sie eilte den Flur entlang, blieb vor der Türe stehen und wollte sie gerade öffnen, als von der Seite sie jemand ansprach: „Guten Morgen. Lass sie bitte schlafen mein Kind. Ihr geht es heute nicht gut.“ Cecilia drehte sich langsam um und sah ihre Mutter vor sich stehen. Sie konnte ihre Tränen nicht mehr zurückhalten und flog ihrer Mutter in die Arme. „Beruhig dich mein Kind.“ Sie fühlte sich warm und geborgen an und strahlte ihr Licht aus, als wäre nie etwas geschehen. „Mama!“ Cecilia konnte sich nicht beruhigen. Geduldig und voller Liebe umarmte die Mutter sie und nach einer halben Ewigkeit beruhigte sich das Kind. Danach gingen sie in den Vorhof, während Cecilia ihr von dem bösen Traum erzählte. „Mein Kind. So etwas kann niemals passieren. Das ist nur ein Alptraum. Dass der Schutz stirbt beweist, dass es keine Realität war!“ Cecilia lächelte die Mutter an und glaubte ihren Worten mit vollem Herzen. Als sie zu der Eiche kamen, blieben sie stehen und sahen den Blättern zu, wie sie mit dem Wind spielten. Plötzlich verdunkelte sich der Himmel, die Blätter fielen zu Boden und der Baum verwelkte. Erschrocken sah Cecilia ihre Mutter an. Doch diese wurde weiß im Gesicht, alterte in Sekunden und zerfiel zu Staub. Das Kind verlor den Verstand und schrie.
Das Mädchen riss die Augen auf. Kälte durchlief ihren Körper und ein immenser Schmerz. Unfähig sich zu bewegen oder ei-nen Laut von sich zu geben, lag sie da. Sie lag immer noch in der Gasse und der Schnee bildete einen leichten Film auf den Boden. Ihr Herz wurde schwer. Kaum merklich die Lippen be-wegend, flüsterte sie: „Das war nur ein Traum. Mutter, du hast gelogen. Der Schutz kann sehr wohl sterben.“ Dann sah sie ei-ne Gestalt in die Gasse kommen. Cecilia stellte sich darauf ein, dass erneut ein Lustmolch über sie herfiel und bald schon mehr Schmerzen durch ihren Körper fließen würde. Doch die Kälte kostete sie ihre letzte Kraft und sie verlor das Bewusstsein, bevor die Gestalt sie erreicht hatte.
„Bin ich tot…?“
„Es ist warm…“
„Fühlt es sich so an, wenn man stirbt…?“
„Es fühlt sich fast so an… wie ein Bett.“
„Aber was ist das für eine Dunkelheit…?“
„Nein… keine Dunkelheit… ich habe die Augen geschlos-sen…?“
Langsam öffnete sie ihre Augen. Sie befand sich in einen klei-nen Raum. Außer dem Bett, auf dem sie lag, befand sich nur ein kleiner Schrank in den Raum und trotzdem war kein Platz mehr für anderes Mobiliar. Wenn sich 3 Leute in den Raum aufhielten, konnten sie sich nicht mehr bewegen. Ihr Bett war weicher und kuscheliger als ihr eigenes, wobei es schlichter gebaut war. Sie sah aus dem kreisförmigen Fenster und konnte nur Dunkelheit und den fallenden Schnee erkennen. Die Tür öffnete sich und Licht fiel in den Raum. Anhand des Schattens erkannte Cecilia, dass dieses Wesen in der Tür die Gestalt von der Gasse war. Es war ein junger Mann. Er hatte 3 Sommersprossen im Gesicht, hatte kurze schwarze Augen und braune Augen, die schon viel Leid gesehen hatten. Unter anderen Umständen würde er ihr sogar gefallen. Er lächelte sie an. Cecilia drehte sich um und kuschelte sich in die Decke. Mit einer sanften Stimme sagte er: „Ich merke schon. Du bist nicht bereit für Gesellschaft und lange Gespräche am Kaminfeuer. Ruh dich aus, solange du willst. Essen steht unten in der Küche, bedient dich ruhig. Und wenn du was brauchst, scheue dich nicht zu fragen.“ Er blieb noch einige Minuten stehen in der Hoffnung, dass er eine Antwort erhielt, gab die Hoffnung aber schließlich auf und schloss die Türe wieder. Cecilia betrachtete ihren Körper: er wurde nicht erneut geschunden. Außerdem wurde sie gewaschen und an manchen Stellen trug sie einen Verband. Ihre Knochen schmerzten noch immer, jedoch war es viel erträglicher, als in der kalten Gasse. „Der Tod ist mir noch nicht gegönnt.“ Eine Müdigkeit überkam sie und sie fiel in einen langen Schlaf.

Kapitel 3 – Stille

Cecilia lief und lief. Versuchte der Dunkelheit zu entkommen. Sie sah Licht. So schnell sie konnte, lief sie zum Licht und fand sich plötzlich in dieser Gasse. Ihre Kleidung zerrissen. Angsterfüllt drehte sie sich um und sah den Mann mit der Narbe im Gesicht. Seine roten Augen funkelten lüstern und er lachte. Das Mädchen erwachte schweißgebadet. Sie starrte um sich. Sie war in ihren Zimmer und die ersten Sonnenstrahlen fielen durch das Fenster. Sie fasste sich am Kopf und sagte: „Nach all den Jahren, verfolgt er mich immer noch in meinen Träumen…“
10 Jahre sind vergangen. Cecilia war nun 19 Jahre alt und wur-de zu einer schönen, jungen Frau. Seit sie der junge Mann ge-rettet hatte, blieb sie bei ihm. Sie fragte nie nach ihren Namen. Es war auch nicht von Bedeutung für sie. Generell öffnete sie auch nicht ihr Herz zu diesem Mann. Sie akzeptierte ihn und er kümmerte sich um sie. Er stellte keine Fragen und sie half ihm bei der Hausarbeit. Das Haus, in dem das ungleiche Paar lebte, stand am Rand eines Berges. Um sie herum erstreckte sich ein dunkler Wald. Sie vermochte es nicht zu sagen, wo genau sie sich befand und wie weit sie von Zuhause weg war, falls man die niedergebrannten Ruinen als Zuhause bezeichnen konnte. Cecilia härtete ihren Griff um die Axt und schlug mit aller Kraft auf das Holz vor ihr. Der junge Mann lernte ihr das Kämpfen. Als Cecilia, vor 10 Jahren, heimlich das Haus verließ, um mit einen Holzstab den Schwertkampf erlernen versuchte, ertappte er sie dabei und zeigte ihr wie man mit einen echten Schwert kämpfte. Das Mädchen war ein Naturtalent und so dauerte es nicht lange, bis dass der Mann sie nicht mehr im Duell schlagen konnte. Doch heute müsste sie Holz hacken. Der Winter steht vor der Tür und ohne Holz wäre das eine kalte Angelegenheit.
Während sie Holz hackte, sah sie 3 Männer auf ihr Haus zuge-hen. Sofort hielt sie inne und versuchte die Männer zu identifi-zieren. Als sie den goldenen Baum an ihren Wappen erkannte, lief sie ins Haus. Keuchend lief sie in der Küche, wo der junge Mann bereits das Essen kochte. Er drehte sich erschrocken um: „Was ist den passiert?“ „Sie kommen schon wieder!“ „Was? Schon wieder? Versteck dich auf deinen Zimmer.“ Obwohl es ihr nicht passte, dass man ihr Befehle gab, ging sie ohne Einwand auf ihr Zimmer. Diese Männer kamen 1-mal im Monat und diskutierten dann heftig mit dem jungen Mann. Sie hat nie gefragt, was ihre Gesprächsthemen waren, jedoch war der Mann nachher immer 3 Tage nicht ansprechbar und bekam Fieber. Doch an diesen Besuch ist etwas Ungewöhnlich. Sie waren bereits vorige Woche hier und sie kamen nie 2-mal im Monat. Sie schloss sorgfältig und leise die Tür und lauschte. Es klopfte an der Tür und der junge Mann öffnete diese. Sie redeten kurz, doch dann hörte sie, wie Schwerter gezogen wurden und einen quälenden Schrei ihres Freundes. Cecilia ging von der Tür weg. Sie würden das Haus durchsuchen und sie saß wie eine Ratte in der Falle. Sie lief zu ihrem Bett und warf die Matratze weg. Unterhalb lag ihr Schwert eingewickelt in Leinentücher. Sie entfernte die Tücher und nahm ihr Schwert. Angespannt wartete sie darauf, bis sie die Tür eintraten und sie fanden. Doch eine unheimliche Stille lag über dem Haus. Es dauerte eine Ewigkeit bis sie Schritte vor ihrer Tür hörte. Kalter Schweiß lief ihr über den Rücken und packte das Schwert noch fester. Stille. Eine Stille die den verheerenden Sturm ankündigte. Und dann zerbrach die Tür mit lautem Getöse in tausend Stücke. Erschrocken hob sie die Hände um ihre Augen vor den herumfliegenden Splitter zu schützen. Als sie diese wieder senkte, sah sie, wie ein Schwert auf sie zukam. In letzter Sekunde duckte sie sich unter dem Hieb weg und rammte mit ihren Körper die Gestalt. Diese jedoch wollte sich nicht bewegen und schlug mit der freien Hand, zu einer Faust geballt, auf ihre Schläfe. Cecilia stürzte zu Boden und ihr wurde schwarz vor Augen. In letzter Sekunde weichte sie dem Schwert aus, das auf ihren Kopf niederfiel, indem sie sich zur Seite rollte. Dabei schlug sie hart mit dem Hinterkopf gegen die Bettkante. Schmerz durchfuhr ihren Kopf. Sie hörte wie die Gestalt auf sie zuging und zu einem weiteren Schlag ausholte. Das Mädchen wusste, wenn sie nichts unternehmen würde, würde sie hier und jetzt sterben. Sie pack-te das Schwert und rammte es der Gestalt in den Bauch. Blut rann ihr Schwert entlang. Dann sah Cecilia der Gestalt in die Augen. Es war ein alter Mann, der das Wappen des goldenen Baumes trug. Das Leben wich aus seinen Augen und er fiel zu Boden. Cecilia rappelte sich auf und sah sich um. Doch von den anderen Beiden war nichts zu sehen. Sie lief aus dem Zimmer und konnte sich noch rechtzeitig ducken, bevor ihr neuer Feind, ihren Kopf von ihren Körper trennte. Ohne zu den-ken rammte sie das Schwert in seinen Hals, kurz nachdem sie wieder halt unter den Boden hatte. Auch der zweite Mann fiel leblos zu Boden. Blieb noch einer. Doch diesmal war das Mäd-chen vorsichtiger. Langsam tastete sie sich die Treppe hinunter. An der Eingangstür sah sie ihren Freund liegen. „Na? Willst du um ihn trauern?“ Cecilia sah in die Ecke des Zimmers, wo ein weiterer Soldat mit den goldenen Baum auf sie wartete. „Nein. Es ist zwar ein Jammer um ihn, aber er war mir egal.“ Mit diesen Worten stürmte sie auf den Mann. Überrascht von ihrer Aggression ging er in die Verteidigung und parierte sämtliche Angriffe. Lange würde sie das nicht durchhalten, da sie mit der Kraft des Mannes nicht mithalten konnte. Nachdem dieser sich wieder besonnen hat, fing er an Angriffe auszuführen. Am Anfang versuchte sie diese noch zu parieren, stellte jedoch fest, dass das eine schmerzhafte Angelegenheit für ihre Hände ist und den Angriffen fast nichts entgegen richten konnte. Sie entschloss sich deshalb den Angriffen auszuweichen und wartete auf einen Fehler des Soldaten. Nach einigen Hieben wurde der Soldat selbstsicher und wusste, dass er leichtes Spiel mit ihr haben würde. So holte er weit zu seinen vernichtenden Schlag aus. Ein Fehler. Die Klinge des Mädchens durchbohrte sein Herz. Und so ging auch der letzte Soldat leblos zu Boden. Sie vergewisserte sich, dass nicht noch jemand nach ihren Leben trachtete und ging dann zu der Leiche des jungen Mannes. Sie säuberte ihre Klinge an seiner Kleidung. „Danke für alles und war mir ein Vergnügen dich kennen zu lernen. Doch fürchte ich trennen sich jetzt unsere Wege.“ Sie schloss ihn die Augen und verließ das Haus. Sie beschloss nicht der Straße zu folgen, sondern schlug den Weg durch die Wälder ein. Sie nahm noch einige Vorräte mit und Band sich das Schwert an den Rücken. Ihre Augen waren kalt und in ihren Herzen rührte sich kein Mitleid.
Sie folgte dem Verlauf der Berge und achtete darauf nicht zu viele Spuren zu hinterlassen. Schließlich konnte sie verfolgt werden. Doch nachdem sie mehrere Tage ohne weitere Hin-dernisse gegangen war, löschten sich die Gedanken, dass sie verfolgt werden würde und ging weiter. Sie würde die Berge so lange verfolgen, bis sie zu einem Fluss kam und diesen dann in das Tal folgen. Doch es dauerte noch 4 weitere Tage, bis sie einen Fluss erreichte. Cecilia fühlte ihre Wasserbeutel und schlug ihr Nachtlager in der Nähe des Flusses auf. Das Mäd-chen entfachte ein Feuer und wärmte sich an dessen Flammen.
Plötzlich tauchte aus dem Schatten eine Gestalt hervor. Das Gesicht und der Körper waren von einem Mantel mit Kapuze verdeckt worden und sie sah nur schwarze Leere anstatt eines Gesichtes. Cecilia griff nach ihrem Schwert und stellte sich der Kreatur entgegen. Doch diese blieb am Rand ihres Lagers ste-hen. Dann streckte es eine Hand vor und warf 2 Armbänder mit 2 verschiedenen Katzensymbolen auf den Boden. „Der Drache ruft dich. Trage diese Armbänder. Dann wirst du in Not be-schützt.“ Mit diesen Worten drehte sich die Gestalt um und ver-schwand wieder in den Schatten. „Was zum…?“ Cecilia konnte nicht glauben, was gerade geschehen war. Es dauerte eine Weile bis sie den Mut aufbrachte ihr Schwert zu senken und die Armbänder zu betrachten. Auf einen Band hing ein schwarz, weißer Katzenkopfanhänger auf dem der Buchstabe B eingraviert worden ist. Auf dem anderen Band hing ein komplett schwarzer Anhänger mit dem Buchstaben S. Sie wusste nicht, was sie davon halten sollte, jedoch gefielen ihr die Armbänder sehr gut. Sie erinnerten sie an jene, die ihre Mutter gefertigt hatte. Das Mädchen entschloss sich die Armbänder anzulegen, jedoch blieb der Schlaf diese Nacht aus. Am nächsten Morgen wusch sie ihr Gesicht im kalten Bach um klaren Verstandes zu werden. „Es sagte, der Drache ruft dich. Welcher Drache meinte das Wesen?“ Sie beschloss ihren ursprünglichen Plan weiter zu verfolgen und ging den Fluss entlang, Richtung Tal.
Sie wanderte einige Tage den Fluss entlang. Seit der Begeg-nung mit dem schwarzen Typen, war sie besonders vorsichtig, jedoch verlief ihre Reise ohne weitere Zwischenfälle. Nach 5 Tagen marsch, sah sie in der Ferne Rauch und der Geruch von Verbranntem stieg ihr in die Nase. Sie zog ihr Schwert und pirschte sich vorsichtig voran. Ihre Sinne konzentrierten sich auf ihre Umgebung, während sie sich dem Feuer näherte. Und dann sah sie die Quelle des Feuers: Ein Dorf. Sie versteckte sich hinter einem Baum und beobachtete die Szene vor sich. Das Dorf wurde angegriffen, aber nicht von normalen Leuten. Diese Kreaturen sahen aus wie Menschen, jedoch war ihre Haut verfault und Knochen standen überall heraus. In ihren Au-gen brannte ein grünes Licht. Untote griffen diese Menschen an. Sie attackierten Frauen und Kinder und fraßen sie bei le-bendigem Leib. Von den Männern war nichts zu sehen, wahr-scheinlich wurden sie in einer vorhergegangen Schlacht bereits abgeschlachtet worden. Sie wollte sich gerade zurückziehen, denn das Leid anderer, ging sie nichts an, als sie ihn entdeckte. Auf einen schwarzen Ross ritt er durch die brennenden Straßen in Begleitung zweier schwarzer Ritter. Er trug denselben Umhang wie damals. Nie würde sie die rot funkelnden Augen und die Narbe in seinem Gesicht vergessen. Ihr Alptraum, der sie schon so lange verfolgte, ritt vor ihren Augen vorbei. Und sie sah die Lust in seinen Augen wie er zusah wie die Untoten die Kleider einer Frau zerrissen, sie schändeten und nebenbei bei lebendigem Leib auffraßen. Hass stieg in ihr hoch. Das war ihre Chance, ihre Rache an diesen Monstrum zu voll üben. Sie wartete bis er an ihr vorbeigeritten war, zog ihr Schwert und sprang auf die Straße. Sie lief dem Reiter hinterher und hatte nur ihren Todesstoß vor Augen. Plötzlich wurde sie von der Seite von einem Untoten attackiert. Im letzten Moment wich sie aus und köpfte die Kreatur. Sie drehte sich schnell zu den vernarbten Mann um, doch dieser hatte bereits sein Pferd gewendet und sah sie lüstern mit seinen rot, funkelnden Augen an. „Na wenn haben wir denn da?“ Untote versammelten sich um sie und setzten zum Angriff an. Cecilia hob ihr Schwert und wartete auf eine günstige Gelegenheit sich zu verteidigen. „Halt!“ Die Kreaturen blieben stehen und bildeten einen Kreis um sie. Der Mann mit der Narbe stieg von seinem Pferd und ging auf das Mädchen zu. „Ich hätte nicht gedacht, dass du die Nacht in der Gasse überleben würdest, Mädchen.“ Cecilia funkelte den Mann böse an. „Natürlich, sonst kann ich ja keine Rache an dich üben.“ Doch die Worte des Mädchens berührten den Mann nicht. Stattdessen betrachtete er lüstern das Mädchen. Ihr wurde unwohl und alte Schmerzen kamen in ihren Körper hoch. Ihre Beine zitterten. „Wie ich sehe hat dein Körper die Nacht nicht vergessen.“ Der Mann lachte. „Mal schauen was dein erwach-sener Körper so aushält.“ Der Mann bewegte sich auf das Mädchen zu. Sie konnte sich nicht bewegen. Ihr Körper gehorchte ihr nicht mehr. Sie ließ das Schwert fallen, ihre Beine gaben nach und sie ging auf die Knie. „Sehr schön.“, grinste der Mann. Seine Lust schien endlos zu sein. Das Mädchen war wie starr. Nur eine Träne rann über ihre Wange, während sie den Mann anstarrte. Plötzlich hörte sie ein Brüllen, das ohrenbetäubend war. Einige Wände von den Häusern, brachen in sich zusammen. Den Untoten schmerzte der Schrei in den Ohren und auch der vernarbte Mann verlor jede Lust in seinen Augen und sah ernst und grimmig um sich. Cecilia bekam wieder die Kontrolle über ihren Körper, nahm ihr Schwert, drehte sich um und erschlug zwei Untote. Danach brachte sie einige Meter Abstand zu dem Mann, drehte sich wieder um und ging in Angriffsposition. Doch der Vernarbte ignorierte das Mädchen vollkommen und sah bedrückt in die Richtung in der der Schrei kam. Es schien fast, als konnte sie so etwas wie Angst aus seinen Augen lesen. Danach fasste er sich wieder, sah Cecilia mit seinen roten Augen an und hob seine Hand. Dadurch hatte er die Untoten wieder unter seiner Kontrolle. In seinen Augen war jede Lust verschwunden und Hass, Mordlust und Bösartigkeit strahlten sie aus und starrten das Mädchen an. Die Untoten drehten sich in Richtung des Mädchens und gingen langsam auf sie zu. Danach folgte ein zweiter Brüller und das Wasser des Flusses erhob sich in Säulen in die Luft. Erschrocken drehte sich der Vernarbte um. Die beiden schwarzen Ritter wurden Zusehens nervöser und zogen ihre Schwerter. Einer der beiden sprach mit zittriger Stimme: „Meister. Wir sollten uns zurückziehen. Gegen einen Drachen sind wir machtlos.“ Zorn stieg in den Vernarbten auf und er schlug einen Nahen Untoten den Kopf ab. „Wir nicht, aber unsere Herrin. Verdammt seist du Sayriss.“ Er drehte sich zu dem Mädchen um und sah ihr tief in die Augen. „Wir sehen uns wieder und dann werde ich meinen Spaß mit dir haben!“ Seine Augen funkelten bedrohlich und sie wusste, dass er sein Versprechen mit all seiner Macht wahr machen lässt. Danach machte er eine Handbewegung und das Feuer in den Augen der Untoten erlosch. Sie fielen leblos zu Boden. Er sprang auf sein Pferd, drehte sich noch einmal zu dem Mädchen, mit ei-nem eiskalten Blick, um. „Los Männer. Wir ziehen uns zurück.“ Danach ritten sie aus dem Dorf. Die Wassersäulen des Flusses wandelten sich in einen Regen über der auf das Dorf niederging. Die Feuer der Häuser wurden gelöscht und die letzten verbliebenen Untoten fielen leblos zu Boden. Danach herrschte Stille. Tödliche Stille. Jene Stille, die sie seit langem in ihren Herzen trug. Eine Stille in der die Welt den Atem anzuhalten schien…

Kapitel 4 – Drachen

Sie stand noch eine Weile regungslos da. Die Stille nahm weiter zu und es machte sie Wahnsinnig. Niemand war da, der ihre Stille zerbrach. Keine nörgelnde kleine Schwester, die sie in solchen Momenten ärgerte. Keine Mutter die sie bevormundete. Kein Vater der in seinen Arbeitszimmer verweilt und man das Blättern der Bücher hören konnte die durch die Flure ihres Zuhauses hallten. „BUH!“ Erschrocken kam sie in die Welt zurück und fiel Rückwärts zu Boden, konnte sich jedoch mit ihren Händen abstützen. Vor ihr stand eine junge Frau. Sie trug ein helles, blaues, fast durchsichtiges Kleid und trug keine Schuhe. Ihre Haare waren silbern und ihre Haut war weiß und glänzte. Sie hatte himmelblaue Augen und ihre Pupillen sahen aus wie die eines Reptils. Sie musterte sich eine Weile gegenseitig, bis die junge Frau sich beugte und ihr die Hand hinstreckte. „Habe ich dich erschreckt?“, ihre Stimme klang hell und es steckte viel Wärme darin. Solch eine Stimme hatte sie schon lange nicht mehr gehört. Eine Wärme umgab ihr Herz. Cecilia fühlte sich seit langen wieder geborgen und wohl. Sie lächelte und nahm ihre Hand. „Natürlich. Ist auch nicht die übliche Begrüßung oder?“ Die junge Frau erwiderte ihr Lächeln: „Wenn man sich in der Kälte seiner Gefühle verliert, dann schon.“ Die Hand der Frau fühlte sich Kalt an, so als ob sie einen Toten die Hand geben würde und doch strahlte diese Hand eine enorme Wärme aus. Das Lächeln der Frau verschwand kurz, als sie die Armbänder des Mädchens sah. Danach half sie dem Mädchen auf die Beine. „Wie ich sehe wirst du erwartet.“ Verwirrt sah das Mädchen die Frau an. „Von wem und wer bist du überhaupt?“ „Wer ich bin spielt keine Rolle. Wichtig ist, wer bist du?“ Cecilia wollte eine prompte Antwort auf diese simple Frage stellen, jedoch wusste sie keine Antwort darauf. Nach einer Weile antwortete sie: „Ich weiß es nicht…“ Die Frau sah sie funkelt an, so als überprüfte sie, ob sie die Wahrheit sagte. „Du solltest ihn nicht warten lassen. Die Zeit ist zurzeit nicht dein Freund.“ Verwirrt sah Cecilia die Frau an. „Wen soll ich nicht warten lassen?“ „Da hinten ist ein Stall, der von dem Angriff einiger Maßen unbe-schädigt geblieben ist. Begib dich dort hin. Darin wirst du ein Pferd finden. Reite dann so schnell du kannst gen Westen. Dort wirst du in den Bergen eine Höhle finden und dort wirst du Antworten auf deine Fragen finden.“ Cecilia wollte zu einer Antwort ausholen, wurde jedoch von der Frau unterbrochen. „Rasch! Beeil dich! Jetzt da er weiß, dass du noch lebst, wird er dich verfolgen! Geh!“ Die junge Frau trat zur Seite und das Mädchen gehorchte ihr und lief in Richtung der Ställe. Nach einigen Schritten blieb sie stehen, drehte sich nochmal zur jungen Frau um und sagte: „Danke, Sayriss! Danke für alles!“ Danach setzte das Mädchen sich wieder in Richtung Ställe in Bewegung. Dort angekommen befand sich, wie die Frau gesagt hatte, eine weiße Stute in dem Stall. Das Tier war wunderschön und zeigte keinerlei Furcht. Sie näherte sich dem Tier und streichelte es über den Kopf. Danach setzte sie sich auf den Rücken und trieb das Tier gen Westen in die Berge. Die blauen, reptilienartigen Augen verfolgten das Mädchen noch eine Weile. „Ich hoffe du weißt, was du tust… Bruder.“ Ihr Körper hatte sich in eine riesige Kreatur verwandelt. Sie ging jetzt auf vier Beinen und hatte zwei riesige Flügel auf den Rücken. Ihr Körper wurde von silberblauen Schuppen bedeckt, der in der Sonne glänzte. Sie hob ihre Flügel, schlug kräftig in die Luft und erhob sich in die Lüfte und flog davon.
Nach nur zwei Tagen erreichte sie die Höhle, von der die junge Frau sprach. Sie stieg von ihrem Pferd ab und näherte sich der Höhle. Ein kalter Luftzug kam aus der Höhle und das Pferd lief angsterfüllt davon. Auch ihr war mulmig zu mute. Doch wenn sie Antworten haben wollte, dann müsse sie die Höhle betreten. Sie zog ihr Schwert und begab sich in die Tiefen des Berges.
Nach einer Stunde erreichte sie eine größere Höhle in der viele Fackeln an den Wänden befestigt waren. Generell waren die Wege dieser Höhle mit Fackeln bestückt und so hatte sie keine Schwierigkeiten die Höhle zu finden. Vor ihr lag auf den Boden ein riesiger Drache. Seine Schuppen waren feuerrot und Nar-ben waren am ganzen Körper zu sehen. Vorsichtig näherte sie sich dem Drachen. Seit dem Verrat des Freundes auf ihrer Burg traute sie keinem Drachen mehr. Die Krallenspuren an den Wänden war ihr Beweis genug. Was machte sie eigentlich in dieser Höhle mit der Kreatur? Doch bevor sie lange darüber nachdenken konnte, sprach die Kreatur zu ihr: „Sag mir, was ist der Zweck von Büchern?“ Cecilia blieb der Atem stehen. Sie wusste nicht ob sie Freude oder vor Hass zu weinen anfing. Der Drache erhob sich und drehte sie um. Jetzt sah sie in sein Gesicht. Seine Augen wechselten zwar nicht mehr die Farbe und waren nun dunkelbraun in denen man sich leicht verlieren konnte und auch sein Gesicht war mit Narben überseht, doch es war zweifellos der Freund ihrer Mutter, der vor ihr stand. Sie merkte wie dem Drachen etwas enorm auf sein Gemüt drückte. „DU?“ Cecilia wischte sich zornig ihre Tränen aus den Augen und hob ihr Schwert. „DU MONSTER!!! DU HAST UNS ALLE VERRATEN?“ Sie stürmte auf den Drachen los. Doch dieser sah sie gütig an, hob sein rechtes Bein, schleuderte ihr Schwert weg und begrub sie unter seinen Fuß. Er hätte sie leicht töten können, doch er machte es sehr sanft und verletzte sie dabei nicht. In seinen Augen spiegelten sich Liebe und Trauer. Cecilia konnte ihre Tränen nicht mehr zurück halten und fing vor Verzweiflung an zu weinen. „Ich habe deine Mutter nicht verraten. Deine Mutter… Sie hat sich am Ende selbst getötet.“ Sein Blick senkte sich zu Boden und eine Träne rann über seine Wange. Er hob sein Fuß und drehte sich um. Wütend nahm Cecilia ihr Schwert und wollte erneut den Drachen attackieren. Doch dieser ließ sich in eine Ecke nieder und sprach: „Greif mich an und beende es, wenn es das ist, was dein Herz begehrt.“ Sein Blick war immer noch voller Liebe. Sie senkte ihr Schwert und setzte sich zu Boden. Sie starrte zu Boden. „Freund meiner Mutter…“ „Naelyan“ unterbrach sie der Drache. Das Mädchen sah ihm kurz in die Augen. „Naelyan ist mein Name. Doch fahre fort…“ „Naelyan… was ist geschehen? Warum ist das alles passiert?“ Der Drache atmete einige Male tief durch. „Deine Mutter wollte dich beschützen. Sie wollte dich vor allen Schmerz und Leid beschützen und deshalb hat sie dich von der Außenwelt abge-schottet. Auch dein Vater war um deinen Schutz besorgt und so erschuf er genug Licht für dich. Doch sie sperrten dich ein in einen goldenen Käfig. Alle Warnungen ignorierend fürchteten sie selbst ihre Freunde und so kam es, dass sie wahnsinnig wurden um den Schutz ihrer Kinder bedacht.“ Naelyan fuhr mit einer Pfote auf die Narbe seiner rechten Hand. „In jener Nacht tötete dein Vater deine Schwester aus dem Wahn heraus, sie von allem Leid auf Erden zu befreien und deine Mutter griff mich an und verwundete mich stark. Ich wurde gezwungen sie anzugreifen und wie die Geschichte endete, weißt du ja.“ Sie konnte seinen Worten nicht glauben, doch es kamen Erinnerungen in ihr hoch, die seine Worte bestätigten. Sie hatte die Burg nie verlassen und fühlte sich immer eingesperrt. Stillschweigend nickte Cecilia kurz. „Doch aus der Liebe zu deiner Mutter holte dein Vater sie zurück.“ Cecilia hob den Kopf und starrte ihn an. „Dein Vater züchtete mit Hilfe eines Nekromanten eine Untote Armee und fiel über die Länder ein und deine Mutter streift durch die Lande und tötet jedes Kind, damit das Kind vor dieser Welt geschützt wird. Wahnsinn hat die Herzen deiner Eltern übernommen und sie machen nicht eher halt, bis die Welt in Trümmern liegt. Den Nekromanten hast du bereits getroffen. Es ist der vernarbte Mann mit den rot funkelnden Augen. Sein Name ist Mephisto.“ Das Mädchen hielt den Atem an. Sie konnte das alles nicht glauben. Sie wollte das alles nicht glauben. Und dann hörte sie, wie jemand in die Hände klatscht. Das Mädchen drehte sich um und hinter ihrem Felsen kam eine Person zum Vorschein mit der sie niemals gerechnet hätte: ihre Mutter. Doch sie hatte sich verändert. Sie trug einen schwarzen Bikini und hatte an jeder Seite 2 Dolche befestigt. Außerdem trug sie einen langen, schwarzen Mantel. Ihre Augen leuchteten Rot und ihre langen schönen Haare waren weiß und matt geworden. Lachend und klatschend ging sie auf die Beiden zu, die sie anstarrten. „Bravo, Bravo!“ Sie blieb stehen und hörte mit dem Klatschen auf. „Ich hätte nie gedacht, dass ich dich hier bei ihm finden werde, mein Kind.“ Sie lächelte wie früher. Doch ihre Liebe war verschwunden. Sie fühlte das Herz ihrer Mutter und dort herrschte nur noch Hass. Naelyan erhob sich und stürzte sich auf die Mutter. „Lauf, Cecilia! Verschwinde von hier.“ Unfähig sich zu bewegen sah sie zu wie der Drache gegen ihre Mutter kämpfte. Beide waren sich ebenbürtig, bis das Mädchen merkte, dass sie nur mit ihm spielte. Angsterfüllt lief das Mäd-chen aus der Höhle. Die Mutter packte den Drachen am Hals und hob ihn hoch. Der Drache sah ihr in die Augen, weinte und sagte: „Es tut mir leid, dass ich dich nicht retten konnte.“ Sie funkelte ihn finster an. Cecilia verlies gerade die Höhle als sie einen lauten Schrei, gefolgt von einen lauten Knall hörte. Sie drehte sich kurz um, um zu sehen, wie Blut und Fleischstücke an die Wände geschleudert wurden. Von diesem Anblick in Pa-nik geraten lief sie so schnell sie ihre Beine trugen aus der Höhle und in die Wälder hinein. Nur fort von diesen Ort.
„Was für eine Sauerei!“ Sie wischte sich Blut aus dem Gesicht, als eine weitere Gestalt hinter dem Felsen zum Vorschein kam. Es war der Mann mit dem vernarbten Gesicht. Sie fuhr ihn an: „Mephisto!“ Dieser zuckte zusammen. „Ja, Herrin?“ Belustigt über die Ängstlichkeit dieser Kreatur zeigte sie auf das Herz des Drachen, das vor ihren Füßen lag. „Iss dieses Herz!“ An-gewidert sah Mephisto zu dem Herzen und dann zu seiner Her-rin. Diese funkelte ihn böse an. „Ja, Herrin.“ Er kroch zu dem Herzen und fing an es zu verspeisen. Als er es verspeist hatte, krümmte er sich vor Schmerzen. Er wand sich und schrie. Sie verließ die Höhle und lies den Dingen darin ihren Lauf. Vor der Höhle stehend versuchte sie die Fährte ihrer Töchter auf zu nehmen. Plötzlich stand ein weiteres Wesen neben ihr. Es trug einen schwarzen Mantel und unter seiner Kapuze war nur schwarze Leere zu sehen. Sie würdigte ihn keines Blickes. „Bist du hier um ihn zu holen?“ Das Wesen sprach mit kalter Stimmer: „Nein. Ich bin hier um dich zu warnen!“ Sie drehte sich zu dem Wesen an funkelte ihn Böse an. Doch sie ersparte sich jeden Spott gegen ihn. „Wenn ihr euren aktuellen Weg nicht verlässt, werdet ihr die nächsten sein, die ich holen werde.“ Mit diesen Worten verschwand das Wesen in der Dunkelheit. Wütend fauchte sie in die Dunkelheit. Ein weiterer Schatten trat hervor. Auch den funkelte sie böse an und er fing an zu zittern. „Geh und erstatte Lucifer Bericht: Unsere Tochter ist wieder da.“ Das Wesen verbeugte sich und verschwand. Sie drehte sich um und sah in die Richtung, in der ihre Tochter geflüchtet ist. Sie fing an zu grinsen. „Mama wird dich beschützen.“

Kapitel 5 – Kampf

Der Himmel wurde von Wolken bedeckt. Unter lauten Donner und Blitzen öffnete der Himmel seine Schleusen und es regnete in Strömen. Cecilia fand Schutz in einer kleinen Höhle. Sie weinte ohne Ende. Ihre Trauer konnte durchaus Konkurrenz mit dem Regen machen. Wieso tat ihre Mutter so schreckliche Dinge? Wieso tötete sie ihren eigenen Freund? Wieso will sie sie töten? Die Trauer nahm übernahm und sie brach zusammen. Es dauerte lange, bis sie in einen alptraumhaften Schlaf überging.
Als sie erwachte, strahlte die Sonne bereits durch die Blätter. Schnell richtete sie sich auf und lief weiter. Sie konnte nicht lange an einen Ort verweilen, da sie wusste, dass ihre Mutter jetzt jagt auf sie machen würde und nicht eher ruhen würde, bis ihre Knochen zu Staub geworden waren. Nach einer Woche er-reichte sie ein Lager. Sie beobachtete die Menschen und fand heraus, dass sie gegen die Untoten eine Armee aufgestellt ha-ben und gegen sie in die Schlacht ziehen würden. Sie be-schloss sich ihnen anzuschließen. Zuerst sah man sie mit ver-wunderten Augen an, als sie sagte, sie möchte kämpfen, aber als sie ihr Geschick unter Beweis gesetzt hatte, wurde sie schnell zu einer der Kommandeurinnen des Lagers. Sie bereiteten sich vor. Ihr Ziel war der schwarze Turm. Cecilia fand es geschmackslos von ihren Eltern, dass sie einen schwarzen Turm an jener Stelle errichteten, wo früher ihre Burg gestanden hatte. Die Lage des Landes war aussichtslos. Die Untoten marschierten über die Lande und töteten alle Lebewesen. Sie waren die Einzigen die noch übrig geblieben sind und die dem Bösen noch Wiederstand leisteten.
Ein Monat ist vergangen, seit Cecilia sich dem Lager ange-schlossen hatte. Morgen würden sie die Untote Armee angrei-fen und in den schwarzen Turm vordringen um das Leid ein für alle Mal zu beenden. Cecilia fiel in einen unruhigen Schlaf. „Die Armbänder! Sie beschützen dich gegen die Untoten! Rufe ihre Macht mit der Liebe des Landes!“ Cecilia öffnete schweißgeba-det ihre Augen und betrachtete die Armbänder, die sie damals von dem merkwürdigen Wesen erhalten hatte. Da ertönte das Horn und die Soldaten machten sich bereit zum Aufbruch. Cecilia zog sich an, stieg auf ihr Pferd und ritt mit den Soldaten in den Krieg.
Auf den weiten Feldern standen sich die Armeen gegenüber. Auf der einen Seite waren tausende von Untoten, die alle grüne Flammen in ihren Augen hatte und mordlüstern schrien. Auf der anderen Seite waren knapp 300 Männer und teilweise auch Frauen die Angst in ihren Herzen hatten und wo nur die Verzweiflung sie antrieb. Wie durch ein unsichtbares Kommando liefen die Untoten auf die Menschen zu. Einige der Männer stürmte mit ihren Pferden davon, doch die Meisten konnten nichts mehr unternehmen. Ihre Angst hat die Kontrolle über sie übernommen und sie waren unfähig zu handeln. Auch Cecilia hatte Angst. Doch sie wollte dem Grauen ein für alle Mal ein Ende setzen und so gab sie ihren Pferd die Sporen und raste den Hang hinunter auf die Untoten zu. Dann schossen ihr die Armbänder in den Kopf und sie konzentrierte sich auf die Liebe und Energie des Landes. Wie durch ein Wunder reagierten die beiden Katzensymbole. Sie leuchteten hell und lösten sich von den Armbändern um in der nächsten Sekunde in riesige Löwenartige Bestien zu verwandeln und an ihrer Seite liefen. Die Bestien nahmen an Tempo zu und stürzten sich auf die Untoten. Diese hatten keine Chance gegen die Tiere und wurden von ihnen zerfleischt. Neuen Mut schöpfend stürmten auch die anderen Menschen den Hang hinunter. Mit Hilfe der Bestien konnte sich das Mädchen durch die Horden der Untoten kämpfen und als die durchbrach lief sie weiter in Richtung ihres Zuhauses. Die beiden Bestien verwandelten sich wieder in Licht, flogen zurück zu den Armbändern und hingen waren wieder die Katzenartigen Anhänger. „Vielen Dank!“, flüsterte sie den Anhängern zu, während sie ihrem Pferd nochmals die Sporen gab.
Es dauerte nicht lange und sie erreichte den schwarzen Turm. Von einer Wache war weit und breit nichts zu sehen und das Tor war geöffnet. Man erwartete sie bereits. Von dort konnte sie auf das Schlachtfeld sehen und sah, dass die Menschen alle aufgerieben wurden und die Untoten sich über ihre Leichen hermachten. Cecilia trauerte eine Minute um sie, ehe sie den Turm betrat. Der Turm war innen hohl und es führte nur eine Treppe in den Boden. Vorsichtig näherte sie sich der Treppe und folgte dieser. Es dauerte eine Weile bis sie das Ende erreicht hatte. Am Ende der Treppe schoss ihr eine Hitze ins Gesicht. Vor ihr floss ein riesiger Lavastrom auf der rechten Seite den Hang hinunter. Auf der linken Seite stand ein Thron auf den ein Mann saß. Seine Augen waren ebenso rot wie die ihrer Mutter. Hass zeichnete die Züge seines Gesichtes. Boshaftigkeit wirbelte in der Luft in seiner Umgebung. Seine schwarzen Haare untermalten seine roten Augen und er trug einen schwarzen Anzug mit einem Mantel. „Vater!“ Das Mädchen verlor jede Hoffnung in ihrem Herzen. Der Mann schien sie erst jetzt zu bemerken und funkelte sie böse an. Da trat ihr auch ein Schmerz in den Kopf und sie wurde durch den halben Raum geschleudert. Ihr wurde schwarz vor Augen und es dauerte einen Moment, bis sie wieder klar sehen konnte. Ihre Mutter stand nun bei der Treppe. „Stör deinen Vater nicht, mein Kind! Schließlich kostet es ihm viel Kraft die Untoten zu kontrollieren. Da kann er sich nicht mit dir Unterhalten.“ Ihre Augen funkelten genauso Bösartig. „Zu Schade. Ich hätte auf ein nettes Familientreffen gehofft.“ Ihre Mutter lächelte böse. „Nicht doch. Wir haben einen Gast. Als braves Kind solltest du ihn begrüßen!“ Ihre Mutter deutete auf die Gestalt neben ihren Vater, die ihr erst jetzt auffiel. Sie erkannte das Gesicht unter tausenden. Es war der Vernarbte. Doch in seinen Blick sah sie keine Lust mehr, sondern nur noch Mordlust und einen immensen Hass, der gegen sie gerichtet war. Sie fragte sich, was sie ihm jemals getan hatte, dass er sie jetzt so hassen konnte. Der Mann ging auf sie zu. Doch kurz darauf krümmte er sich vor Schmerzen und schrie. Er fiel zu auf die Hände und seine Haut bekam Risse. Er schrie und schrie. Unter Schmerzen wurde er größer. Seine Haut fiel von seinen Körper und er verwandelte sich in einen Drachen. Doch hatte der Drache keine Schuppen. Seine Haut war lederartig und seine Flügel bestanden nur aus Knochen. Ohrenbetäubend brüllte er seine Seele aus dem Leib und stürmte auf das Mädchen zu. Diese hob ihr Schwert und dachte dabei, dass dieser Drache sie nicht verschonen würde wie Naelyan. Doch kurz bevor er sie erreichte schrie der Drache und wand sich vor Schmerzen. Er schrie seine Qual und sein Leid in die Welt hinaus und fiel dann zu Boden. Das Leben verließ seine Augen. „Hmm. Er konnte die Macht des Drachen doch nicht beherrschen.“ Unbekümmert schritt ihre Mutter auf sie zu. Cecilia konnte es nicht fassen. All das Leid und all den Schmerz und ihre Mutter zuckte nicht einmal mit den Wimpern. „Na, was machen wir nun mit dir? Soll ich dich gleich töten?“ Die Mutter zückte einen Dolch und schritt auf das Kind zu. „SCHWEIG!!“ Die Stimme durchschnitt den Raum schärfer als ein Schwert. Die Mutter zuckte zusammen und drehte sich zu dem Thron um. Der Vater sah sie mit einen Blick an, der ihr bis auf die Knochen ging. „Ich brauche sie lebend.“ Hass trat in die Augen ihrer Mutter und stürmte auf ihren Gemahl zu. Sie fingen heftig an zu diskutieren über das weitere Schicksal ihrer Tochter. Jegliche Hoffnung verloren, jemals wieder das Tageslicht zu sehen, warf sie ihr Schwert in die Lava und stand auf. Sie bettete zu Gott und ging auf die Beiden zu, die so vertieft in ihre Diskussi-on waren, dass sie sie nicht bemerkten. Cecilia blieb einige Meter vor ihnen stehen und betrachtete sie. Kein Hass überkam sie und keine Bösartigkeit. Sie hatte Mitleid mit ihnen. Sie wusste, dass ihre Eltern sie über alles liebten und dass sie nur deshalb all das Leid über die Welt gebracht hatten. Ihre Liebe zu ihnen wuchs und auch die Güte, die sie in ihren Herzen trug. Nach einer Weile bemerkten die Eltern ihr Kind und starrten sie hasserfüllt an.
« Letzte Änderung: 27.Mai.2013, 07:25:51 von Kahet » Gespeichert

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Ein Hauch von Schicksal...


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« Antworten #1 am: 27.Mai.2013, 07:25:11 »

Cecilia hob ihre Stimme: „Mutter: Du willst mich umbringen um mich vor dem Leid dieser Erde zu beschützen. Vater: Du willst mich unsterblich machen, damit ich viel lernen kann. Ihr Beibe… Ich hab euch das nie gesagt, aber ihr seid die besten Eltern, die ein Kind nur haben kann. Ich liebe euch!“ In den Moment rammte die Mutter den Dolch in das Herz des Kindes. Cecilia spürte, wie die Klinge in ihr Herz eindrang. Sie sah in die Augen ihrer Mutter. „Psst, mein Kind... Jetzt wird alles wieder gut!“ Cecilia konzentrierte sich auf die Liebe in ihren Herzen. Sie war ihrer Mutter nicht böse. Sie wusste, dass sie sie liebte und nur deshalb so handelte. Plötzlich fing das Mäd-chen an zu leuchten. Die Eltern entfernten sich einige Meter von ihnen und verdeckten ihre Augen. Cecilia schwebte in der Luft und verbreitete ein helles Licht. Plötzlich entstand ein wei-teres Licht aus dem Leichnam des Drachen. Eine rote Kugel erhob sich in die Lüfte. Auch die Armbänder leuchteten rot und schossen jeweils einen Strahl zu den Herzen ihrer Eltern. Diese schrien auf, konnten sich jedoch nicht von diesem Band trennen. Die rote Kugel wurde größer und größer, bis sie den gesamten Raum in Licht erfüllte.
Es war helllichter Tag. Die Vögel sangen, die Blumen regten ihre Köpfe gen Himmel. Cecilia hüpfte im Garten ihrer Burg um-her und spielte mit ihrer kleinen Schwester. Sie schauten den Schmetterlingen zu wie sie von Blume zu Blume flogen. Ihre Mutter und ihr Vater saßen auf der Bank, Arm in Arm und beo-bachteten die beiden Kleinen beim Spielen. Cecilia erinnerte sich. Das war ein Bild aus ihrer Kindheit. Einer der wenigen Momente, wo sie sich nicht wie eingesperrt gefühlt hatte und trotzdem geschützt und geliebt.
Das Licht erlosch wieder und die rote Kugel war verschwunden. Die Eltern weinten Tränen aus Blut. Cecilia schwebte immer noch Benommen vor ihnen, verbunden mit den Bändern zu den Herzen ihrer Eltern. Und da trat erneut das Wesen mit den dunklen Mantel und der dunklen Kapuze aus dem Schatten. Weiterhin war nur dunkle Leere in seinem Gesicht zu erkennen, doch hatte er diesmal eine Sense mit. Angsterfüllt sahen die Eltern die Kreatur an. Mit eisiger Stimme sagte er: „Nun ist es soweit. Ich bin gekommen um euch zu holen. Möge Gott euch gnädig sein.“ Mit diesen Worten ging er auf das Mädchen zu und holte mit der Sense aus. Er sprach einige Wörter auf einer Sprache, die sie nicht verstand. Blaue Runen wurden auf der Schneide der Sense sichtbar und mit einem Hieb durchbohrte das Wesen das Herz des Mädchens. Blaues Licht ging von ihrem Herzen aus und übertrug sich über die Linien der Armbänder zu den Herzen ihrer Eltern. Diese fingen an von innen heraus Blau zu leuchten. Das Licht trat aus den Augen und aus dem Mund heraus. Nach einigen Sekunden erlosch dieses Licht und die Eltern fielen leblos um. Die Linien lösten sich auf und die Katzenanhänger zerbrachen in tausend kleine Stücke. Das Licht verließ das Mädchen und sie spürte wie auch das Leben sie verließ. Glücklich ihre Eltern befreit zu haben, schloss sie ihre Augen und bereitete sich vor diese Welt zu verlassen.

Kapitel 6 – Ende

Sie öffnete ihre Augen. Kühler Wind blies ihr durch die Haare. Verwundert richtete sie sich auf. Sie lag auf den Platz, wo der schwarze Turm stand. Doch weder der Turm noch die Ruinen waren zu erkennen. Sie trug ein weißes Kleid und ihre Haut schien zu leuchten. Fühlt es sich so an, wenn man Tod ist? Cecilia betrachtete ihre Umgebung und sie blickte in Chaos und in eine zerstörte Landschaft. Die Untoten schienen verschwunden zu sein, doch die Welt war ein Trümmerhaufen. Ohrenbetäubend flog ein Drache über ihren Kopf hinweg. Dieser Drache hatte silberblaue Schuppen und im Herzen wusste sie, wer dieser Drache war. Kummer war der Begleiter des Drachen und der Drache weinte um die Welt. Diese Trauer empfand auch Cecilia als sie die Welt betrachtete. Doch ihre Liebe und ihre Güte gaben ihr neue Hoffnung und Kraft. Sie würde die Welt wieder aufbauen! Das versprach sie auf die Namen ihrer Eltern! Und in dem Moment musste sie an die Erinnerung denken, die ihr in der Höhle überkam. Und sie fühlte sich geborgen in ihren Herzen. Diese Geborgenheit wollte sie der Welt geben. Und dann dachte sie an Naelyan. Er hatte sein Leben für diejenige gegeben, die er Freund nannte und am Ende hatte er ihre Seelen gerettet. Sie wusste, dass der Mann mit der Kapuze ein Freund Naelyans war. Cecilia lächelte. „Ob du das alles gewusst hast, wie es endet? Die Antwort werde ich wohl nie erfahren… Oder was meinst du… Naelyan?“ Eine Wärme durchströmte ihr Herz.
Nach einer Weile machte sie sich auf die Suche, nach den verbliebenen Drachen und schuf mit deren Hilfe eine neue Chan-ce, eine neue Hoffnung, eine neue Welt!

© by kahet


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« Antworten #2 am: 27.Mai.2013, 11:47:29 »

Eine schöne Geschichte.
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Ja Drachen gibt es, nur können die meisten Menschen sie nicht sehen!
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